Heimat- und Verkehrsverein Asse (HVA)
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Liebesallee

Wer von dem “Waldhaus zur Asse” den Weg über den Ahrenskopf zum Bismarckturm wählt, kommt nach dem kleinen steilen Aufstieg zur sogenannten Liebesallee (auch: Verlobungsallee oder Verlobungsweg). Rechts und links wird der Wanderer begleitet von alten knorrigen Hainbuchen, die sich im Sommer mit ihrem Blätterdach wie ein Schirm über den Fußweg spannen. Wer genau hinsieht, bemerkt, dass diese Bäume in den letzten Jahren intensiv beschnitten worden sind. Diese Maßnahme wurde von der “Unteren Naturschutzbehörde” des Landkreises Wolfenbüttel vorgeschlagen und mit finanzieller Beteiligung des Heimat- und Verkehrsverein Asse zweimal durchgeführt.

Der interessierte Beobachter wird sich sicher fragen, warum man sich diese Arbeit macht und sich die Bäume nicht so entwickeln lässt, wie diese es wollen. Hainbuchen (Carpinus betulus), auch genannt Hagebuche, Weißbuche, Hornbaum. Übrigens, der volkstümliche Begriff “Hanebüchen” kommt von hagebüchen und bedeutet so viel wie derb, grob, hart, widerstandsfähig. Wie der botanische Name schon zum Ausdruck bringt, ist die Hainbuche gar keine Buche (Fagus silvatica).

Die Schneitelhainbuchen an der Liebesallee Die Schneitelhainbuchen an der Liebesallee

Das Beschneiden der Hainbuche lässt sich vom 19. Jahrhundert bis in die prähistorische Zeit zurückverfolgen. Sie entstand im engen Zusammenhang mit der Waldhude (Waldweide), bei der die Bauern ihr Vieh im Sommer frei im Wald weiden ließen. Für den Winter dienten die geschnittenen und trockenen Äste mit Blattwerk als Futter für Rinder, Pferde, Ziegen, Schafe und Schweine. Dabei wurden die Stämme oberhalb der Reichweite des Weideviehs abgeschnitten. Im “Futterlaubwald” geschah dies alle zwei bis fünf Jahre, und zwar immer in ein und derselben Ebene, so dass die kopfgeschneitelten Bäume durch den wiederholten Eingriff ihr charakteristisches Aussehen erhielten.

Die Hainbuchen an der Liebesallee sind jahrzehntelang nicht mehr beschnitten worden, und es war zu befürchten, dass diese Allee in ihrer typischen Form verloren gehen würde, da die lang ausgewachsenen Triebe an ihrer Basis ausbrachen und so den ganzen Baum gefährdeten. An einigen geborstenen, abgestorbenen Bäumen kann man diese Gefahr erkennen. Durch das jetzt wieder begonnene Schneiteln regenerieren die alten Bäume wieder sehr schön und werden den Besucher auf dem Weg zum Bismarckturm hoffentlich noch lange begleiten. Und damit wird das Ziel des Natur- und Landschaftsschutzes erreicht, diese alte Waldnutzungsform in der Asse zu erhalten.

 

Werner Wepner, Wolfenbüttel

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